Literatur

literaturVielen Inhaftierten hilft das Schreiben. Im Akt des Schreibens kann man seiner Wut, seiner Trauer und seinen offenen Fragen Raum geben. Das Geschriebene schafft Distanz zum Geschehenen und den damit verbundenen Gefühlen, dies kann helfen Situationen und Empfindungen dazu neu zu beurteilen.
Oftmals ist das Schreiben auch der einzige Draht zu den vertrauten Menschen außerhalb.Briefverkehr, oftmals im Alltag vernachlässigt, bekommt im Vollzug wieder eine enorme Bedeutung. Außerdem ist das Schreiben etwas, was in jeder Situation möglich bleibt, denn Papier und Stift sollten in jeder Phase der Inhaftierung zur Verfügung stehen.Rosa Luxemburg, Luise Rinser, Hans Fallada, Dostojewski, Ken Saro-Wiwa, Mumia Abu-Jamal und viele andere haben zentrale Werke im Gefängnis geschrieben. In der JVA Zeithain gibt es ein Computerkabinett, in welchem die Gedanken in eine ordentliche Form gebracht werden können. Man unterstützt sich gegenseitig in Sachen Programmbewältigung, Rechtschreibung und Layout.
Manche Geschichten werden in der Gefangenenzeitung veröffentlicht, die meisten nicht.

Hier die Links zu Gefangenenzeitungen aus Sachsen:
JVA Zeithain: zzz-online
JVA Dresden: Der Riegel

Weitere Links zum Thema Gefangenenliteratur:
Gefangenenzeitungen
Strafvollzugsarchiv
Gefangenenliteratur

Live-Hörspiel in der JVA Torgau

live-hoerspiel-in-der-jva-torgau…endlich ist es soweit und wir laden ein am 30.04.16 einer ganz besonderen Geschichte zu lauschen: Timmi und die Tiere. In einem Zeitraum über 8 Wochen ist um 8 Erwachsene inhaftierte Männer die Idee einer Live-Hörspiel-Produktion innerhalb der Mauern der JVA Torgau gewachsen. Für große und kleine Kinder werden die Teilnehmer eine frei entwickelte Geschichte erzählen und mit Geräuschen und Musik bespielen. Wir freuen uns über Zuhörer_innen und Zuschauer_innen und ein anschließendes Gespräch.
Termin: 30.04.16  16:00 Uhr

 

Das Projekt wurde initiiert von elliment und gefördert durch das Sächsische Staatsministerium der Justiz und für Europa.

RÄUME ÖFFNEN – Kunsttherapie im Justizvollzug 

buch_raeume-oeffnenSeit vielen Jahren gibt es in fast allen sächsischen Justizvollzugsanstalten festangestellte Kunsttherapeuten, die die jeweiligen Behandlungsangebote um eine individuelle und ressourcenorientierte Facette erweitern.
„Räume öffnen“ möchte praxisnahe Einblicke in die vielfältigen Möglichkeiten und Formen der kunsttherapeutischen Arbeit mit inhaftierten Menschen geben und dazu ermutigen, diese Ansätze weiter zu entwickeln. Mit Hilfe der Kunst lassen sich Räume öffnen – um wieder Hoffnung zu schöpfen, um neue Wege sehen und sie zu gehen.

Leseprobe >>
Rezension DNN vom 02.02.17 >>

Das Buch ist im Herbst 2016 im Hille-Verlag, Dresden erschienen.
(212 Seiten/19,80 €) ISBN: 978-3939025702

Buchbestellung hier >>

Die Geschichte von Paul Ziegelstein JVA Zeithain

Die Geschichte von Paul ZiegelsteinDas weihnachtliche Hörbuchprojekt in sechs Kapiteln beschreibt die große, ungewöhnliche Reise eines jungen Ziegelsteins rund um die Welt, zunächst auf der Suche nach seiner Bestimmung, später auf der Suche nach einem Zuhause.Auf dieser Reise begegnet er Händlern, Gaunern, Fischen und Seemännern, einem Kutscher, zerstörten Häusern, Kamelen und Schafen, einer Menge Hirten und vielen leuchtenden Sternen.
Die Erzählung basiert auf einer Erzählung von Anna Krassow, Großmutter und Geschichtenerfinderin.
Beteiligt waren ca. 20 Inhaftierte, sowie etliche Kollegen der Fachdienste.

Hier die komplette CD im MP3-Format als zip-Datei zum download >>

Leseempfehlung! Die Penguin Stories

Eine höchst vergnügliche Erzählung über die vielen unglaublichen Erlebnisse eines kleinen sympathischen Kellners auf einem viel zu großen Schiff. Entstanden um den Jahreswechsel 2014 im Computerkabinett des Kreativzentrums von einem der weiß wovon er schreibt.

 

 

 

 

 

 

Projekte im sächsichen Vollzug 

zusammen___allei_4ce830d09d01aSchreiben kann ja jeder und mit dem Thema „Zusammen-Allein“ können sich viele Menschen identifizieren, dachte sich Alfred Haberkorn, der Leiter des Kreativzentrums der JVA Zeithain ist. Die Idee für einen Schreibwettbewerb im sächsischen Strafvollzug wurde geboren.

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Max Rademann Lesung am 11.3.2015 im Kreativzentrum der JVA Zeithain

Max Rademann ist freischaffender Schriftsteller, Zeichner, Filmemacher, Musiker und DJ.
Seine Lesung im Kreativzentrum bildete den Auftakt zu einem neuen Literaturkurs für Gefangene, welcher von Outlaw e.V. finanziert und vom Autor Karol Kosmonaut betreut wird.

Uwe Stöß liest in der JVA Zeithain am 25.9.2013

Über den Autor

1980 begann ich eine Ausbildung zum Agrotechniker in einer Genossenschaft, und als bester Lehrling durfte ich meine Ausbildung vorzeitig abschließen. Da ich mich in absehbarer Zeit auf einer Fachschule bewerben wollte, verpflichtete ich mich zu einer dreijährigen Dienstzeit bei der Armee. Die absolvierte ich von 1981 bis 1985. Aufgestaute Wut und exzessiver Alkoholkonsum begannen, eine Saat zu säen, die in eine völlig falsche und lebensverachtende Richtung wucherte. Nach dem Wehrdienst arbeitete ich vorwiegend auf dem Land in meinem erlernten Beruf. Von Kindheit an ungeliebt, war ich nicht gerüstet, Verantwortung für mein Leben zu übernehmen, und weil die bürgerliche Karriere den Bach runterging, versuchte ich es mit einer kriminellen, dabei jedoch ging ich den Bach runter. Die wenigen Jahre, in denen ich wild um mich schlug, forderten einen hohen Preis. 21 Vorstrafen. Bewährungsstrafen, Haftstrafen, Entzugskliniken, und immer noch hielt ich daran fest, dass mein Leben wertvoll war, obwohl meine Mutter ihm von Anfang an jeden Wert abgesprochen hatte. Im Gefängnis begann ich aufzuschreiben, was mich bedrückte, und suchte zum ersten Mal Hilfe bei Menschen, die es gut mit mir meinten, während ich zuvor immer zu stolz war, jemanden um Hilfe zu bitten. Ich konnte wieder Vertrauen aufbauen und mein Leben ändern. Für mich war die Gemeinschaft von Kaserne, Internat, Strafvollzug und Straße eine Art Ersatzfamilie. In meinen Geschichten schaue ich noch einmal ganz genau hin, auf all die Menschen, die ein Teil meines Lebens waren, als dieses den Ausdruck Leben nicht verdient hatte.